zur Startseite: www.derKindergottesdienst.de

Die Stiftshütte


Bibeltext: 2. Mose 25-31; 35-40

Lehre: Gott will unter uns wohnen.


Bibelvers: Mt 28,20b (Luth): Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.


Die Israeliten warteten auf Mose. Er war zum zweiten Mal auf den Berg gegangen. Beim ersten Mal hatten sie sich das goldene Kalb gemacht. Sie hatten gesündigt. Das wussten sie. Eigentlich hatten sie es gar nicht verdient, noch weiter Gottes Volk zu sein.


„Ich werde Gott bitten, uns zu vergeben“, erklärte Mose. Die Israeliten atmeten erleichtert auf, als sie hörten, dass sie trotzdem noch Gottes Volk waren. Gott liebte sie, obwohl sie ihn so enttäuscht hatten. Dann ging Mose noch einmal auf den Berg, um die neuen Tafeln mit den Geboten zu holen. Die ersten hatte er vor Wurt zerbrochen, als er das Kalb gesehen hatte. Dieses Mal dauerte es wieder 40 Tage, bis Mose wieder kam. Aber die Israeliten hatten dazu gelernt. Sie vertrauten darauf, dass Mose wieder kam und warteten.


Immer wieder schauten sie zu dem Berg hin. Die dichte Wolke und das Feuer zeigten, dass Gott immer noch auf dem Berg war. Sie selbst durften nicht auf den Berg gehen. Gott ist so heilig und mächtig, sie müssten sterben, wenn sie dem Berg zu nahe kommen würden. „Mose kommt!“, hörte man einen Ruf durchs Lager schallen. „Er kommt wieder! Er ist wieder da!“ Schnell kamen alle Israeliten aus ihren Zelten und versammelten sich bei Mose. Mose brachte ihnen die zwei Steintafeln mit den Geboten. Aber Gott hatte Mose noch viel mehr gesagt. „Ich habe euch etwas zu sagen“, begann Mose. Alle wurden still und hörten zu. Was würde Mose ihnen sagen? Dass Gott sie vielleicht doch nicht mehr als Volk haben möchte, weil sie gesündigt hatten? Sie könnten es sogar verstehen.


Vielleicht denkst du ja manchmal genauso. Du denkst dir, du bist zu schlecht für Gott. Oder du hast etwas getan und weißt nicht, ob Gott dich jetzt noch liebt. Die Israeliten hatten etwas Angst und warteten darauf, was Mose sagte. Was sie dann hörten, überraschte sie. „Gott will unter euch wohnen“, sagte Mose. „Er möchte, dass wir ihm ein Zelt machen, damit er dort wohnen kann.“ Das war eine Nachricht: Gott selbst will bei ihnen wohnen. Gott will ihnen ganz nah sein. Sie konnten es fast nicht glauben. „Ihr alle könnt mithelfen, Gott ein Zelt zu bauen“, erklärte Mose, „Wir brauchen viele Dinge dafür. Zum Beispiel Gold, Silber, Kupfer, Holz, Öl, Edelsteile, Stoffe. Wer möchte, kann freiwillig etwas für Gott geben.“


Gott wollte bei ihnen wohnen. Gott hatte ihnen wirklich vergeben. Er wollte ihnen ganz nahe sein. Genauso will Gott dir auch nahe sein, egal, was du getan hast oder wie schlecht du dich fühlst. Gott will dir vergeben und in dein Leben kommen. Du kannst Gott auch etwas dafür geben. Du kannst Gott das Beste geben, was du hast, nämlich dein Leben. Lass Gott den Herrn in deinem Leben sein, lass ihn über dein Leben bestimmen.


Die Israeliten wollte Gott gerne etwas geben. Viele liefen in ihre Zelte und kamen nach einiger Zeit mit wertvollen Stoffen, mit Gold oder Edelsteinen oder anderen Dingen zurück. Für Gott wollten sie nur das Beste geben. Die Israeliten brachten immer mehr Sachen zu Mose. Jeder konnte etwas zum Zelt Gottes, der Stiftshütte, beitragen. Manche konnten Stoffe weben und taten das. Andere konnten gut mit Holz arbeiten. Auch sie wurden gebraucht. Wieder andere waren Schmiede und konnten das Gold und Silber verarbeiten. Gott braucht jeden. Jeder hat Gaben, mit denen er Gott dienen kann. Auch du. Du kannst Gott mit dem dienen, was du kannst und hast. Du brauchst nicht so sein, wie andere, sondern du selbst kannst so, wie du bist, Gott dienen.


Gott wählte zwei Israeliten aus: Bezalel und Oholiab. Sie konnten gut mit Holz und auch Gold arbeiten. Sie sollten den Bau der Stiftshütte leiten. So machten sie sich an die Arbeit. Es musste viel vorbereitet werden. Sie bekamen die Sachen, die das Volk für die Stiftshütte gebracht hatte und fingen an. Bald merkten sie, dass die Israeliten immer mehr Sachen brachten. „Das ist viel zu viel“, berichteten sie Mose, „Wir brauchen nicht mehr.“ „Es ist genug“, ließ Mose den Israeliten sagen, „Ihr brauchte keine Gaben mehr für die Stiftshütte bringen. Wir haben genug bekommen.“


Mose beschrieb Bezalel und Oholiab genau, wie alles werden sollte. Gott hatte Mose alles gezeigt, als er auf dem Berg war. Bezalel und Oholiab verteilten die Aufgaben für die anderen Handwerker. Jeder arbeitete an dem, was er am Besten konnte. So wurden die einzelnen Dinge für die Stiftshütte fertig gestellt. Mose beschrieb, wie sie aussehen sollte.


Außen um alles herum war ein großer Zaun. Er war etwa 50 Meter mal 25 Meter groß und schloss den Vorhof ein. Es gab nur einen Eingang auf der Ostseite. Mitten im Vorhof war die Stiftshütte aufgestellt. Davor stand noch ein Altar und Becken mit Wasser, in denen sich die Priester waschen konnten. Die Stiftshütte war aus Brettern aufgebaut, die mit Gold angestrichen waren. Darüber wurden mehrere Lagen Decken gehängt. Rote und violette, sie waren mit Stickereien von Engeln verziert. Wenn man in die Stiftshütte hineinging, kam man zuerst ins „Heilige“. Dann sah man einen Vorhang, der das „Heilige“ vom „Allerheiligsten“ trennte.


Im Heiligen stand ein goldener Tisch, auf dem immer Brote lagen, die Schaubrote. Gegenüber vom Tisch stand ein Leuchter mit 7 Armen. Jeden Abend sollten die 7 Lampen angezündet werden und bis zum Morgen brennen. Hier stand auch ein Räucheralter. Das war ein Altar auf dem Sachen verbrannt wurden, die gut dufteten. Jeden Abend und jeden Morgen wurde dieses Räucherwerk darauf verbrannt. Hinter den Vorhang war das „Allerheiligste“. Hier wohnte Gott. Hier stand die Bundeslade. Das war ein Kasten aus Holz mit Gold überzogen. In der Bundeslade lagen die Tafeln mit den Gesetzen. Oben auf der Bundeslade waren zwei Engelfiguren zu sehen. Alles war aus Gold und sah wunderbar aus.


Nach vieler Arbeit kamen Bezalel und Oholiab zu Mose: „Alles ist fertig, so wie du es uns beschrieben hast.“ Mose schaute sich alles genau an. Er nickte. „Ja, so hat es Gott mir beschrieben. Es ist alles fertig.“


Dann wurde die Stiftshütte aufgestellt. Alles wurde hergerichtet. Aaron und seine Söhne sollten Priester sein und dort für Gott Opfer bringen. Dafür bekamen sie besondere Kleidung. Als die Stiftshütte aufgebaut war, erhob sich die Wolkensäule und bedeckte die Stiftshütte. Gott zeigte: „Ja, hier will ich wohnen. Hier soll der Ort sein, an dem ihr mir begegnen könnt.“


Die ganze Zeit, in der das Volk Israel in der Wüste umherzog, nahmen sie die Stiftshütte mit. Wenn sich die Wolke von der Stiftshütte erhob, dann bauten sie die Stiftshütte ab und zogen weiter. Sobald die Wolke stehen blieb, bauten sie auch die Stiftshütte wieder auf. Gott zog mit ihnen durch die Wüste. Genauso will Gott auch mit uns durchs Leben gehen und jeden Tag bei uns sein und mit uns leben.